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Boulder Worldcup Sheffield: Zweimal Top 10 für den DAV
Es ging wieder heiß her für die Kletterer des DAV-Teams beim vorletzten Weltcup vergangenes Wochenende in Sheffield (GBR): Dafür waren nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen unter dem Zirkuszelt-Dach des Wettkampf-Bereichs verantwortlich, sondern auch die Leistungen der DAV-Starter.
Allen voran wieder einmal Juliane Wurm, die sich nun endgültig in der absoluten Weltspitze der Damen festgesetzt zu haben scheint. Erneut schaffte es die Wuppertalerin mühelos, sich für das Finale der besten 6 zu qualifizieren.
Bereits im Halbfinale kletterte sie wie beim vergangenen Weltcup in Eindhoven zusammen mit drei weiteren Damen alle 5 Boulder im ersten Versuch und auch im Halbfinale hatte sie mit drei gekletterten Bouldern in vier Versuchen kein Problem, ins Finale einzuziehen.
Mit ihr schafften dies auch noch die Belgierin Chloe Graftiaux, Alex Johnson (USA), Akiyo Noguchi (JPN), Natalija Gros (SLO) und Yulia Abramchuk (RUS). Im heißen Zirkuszelt von Sheffield konnte Juliane dann im Finale leider nicht ganz an ihre Leistung vom Wochenende zuvor anknüpfen, als sie in Eindhoven Zweite wurde.
Sie sorgte mit einem finalen fünften Platz und noch zwei gekletterten Boulder aber für ein erneutes Top-Resultat in dieser Saison. Zumindest der vierte Platz wäre sogar noch drin gewesen – an einem Finalboulder scheiterte Juliane erst kurz vor dem Topgriff und ein weiterer Versuch war aufgrund der knappen Zeit leider nicht mehr möglich.
Das Rennen in der mittelenglischen Klettermetropole am Rande des Peak Districts machte wieder einmal die in dieser Saison enorm starke Chloe Graftiaux, die alle vier Finalboulder klettern konnte und dafür einen Versuch weniger benötigte als die Amerikanerin Alex Johnson, die mit ihrem kraftvollen und auf ihrer enormen Größe basierenden Kletterstil punkten konnte.
Platz drei ging mit einem weiteren Versuch mehr an die kletternde Antithese von Johnson: Die filigrane Japanerin Akiyo Noguchi hatte am Ende zwei Versuche zu viel im ungewöhnlichen „Lauf-Quergangs-Boulder“ benötigt, die ihr den Sieg und auch den zweiten Platz kosteten.
Für die Viertplatzierte Natalija Gros waren ebenso wie für Juliane Wurm nur zwei der Finalboulder an diesem Tag zu klettern – dafür benötigte sie einen Versuch weniger als die Deutsche, die ebenfalls beim Quergangsboulder einige Versuche zu viel benötigte, bevor sie die trickreiche Sequenz mit einem geschickten Pendelschwung lösen konnte. Platz sechs ging an Yulia Abramchuk.
Weiterhin alles offen in der Weltcup-Gesamtwertung
Mit diesem Resultat setzt sich Chloe Graftiaux wieder an die Spitze der Weltcup-Gesamtwertung, da ihr schärfste Konkurrentin Anna Stöhr (AUT) in Sheffield das Finale verpasste. Ebenfalls noch Chancen auf die Weltcupkrone hat die aktuell Drittplatzierte Japanerin Noguchi – alle drei Damen sind sich sehr dicht auf den Fersen, so dass hier wirklich der abschließende Weltcup in München den erhofften Showdown bringen wird.
Aus deutscher Sicht hat sich Juliane Wurm nun wohl den fünften Platz im Gesamtweltcup gesichert und damit auch das beste Ergebnis im Gesamtweltcup einer deutschen Boulderin überhaupt. Hut ab, Juliane!
Danker erneut ganz vorne mit dabei
Bei den Herren gab es leider kurz vor dem Weltcup in Sheffield eine nicht ganz so erfreuliche Nachricht zu vermelden: DAV-Hoffnungsträger Jonas Baumann (Wuppertal) war zwar nach England mitgefahren, aber nur um seine Freundin Juliane Wurm und das DAV-Team anzufeuern.
Baumann hatte sich gleich nach dem Weltcup in Eindhoven einer Schulteruntersuchung unterzogen, nachdem er nun bereits die ganze Saison immer wieder mit Schmerzen zu kämpfen gehabt hatte und deshalb im Wettkampf nicht in die Gänge gekommen war. Das Ergebnis war leider deutlich: Labrumeinriss, OP unausweichlich. Baumann wird nun möglichst bald unter das Messer kommen, damit er sich für die kommende Saison wieder gezielt vorbereiten kann.
So mussten seine Teamkollegen Stefan Danker (Landshut) und Mathis Conrad (Zweibrücken) die DAV-Fahnen hochhalten. Und vor allem Stefan Danker tat dies erneut mit Bravour: Nach seinem achten Platz in Eindhoven am Wochenende zuvor erreichte er ein weiteres Mal das Halbfinale und konnte hier zumindest noch eines der vier Probleme knacken.
Damit ging es ihm noch besser als 9 weiteren Halbfinalisten, denn nahezu die Hälfte der 20 Starter ging bei den anspruchsvollen Bouldern komplett leer aus – darunter auch große Namen wie Gabriele Moroni (ITA) oder Weltmeister Alexey Rubtsov (RUS), vielleicht war auch die Hitze im Zirkuszelt dafür mitverantwortlich.
Dabei hätte Danker locker auch noch einen weiteren Boulder klettern können und hätte damit den ersten Weltcup-Finaleinzug seines Lebens in der Tasche gehabt: Wie viele andere Halbfinalisten kam er nicht auf die Idee, an Boulder drei einfach einen Sprung zu wagen und versuchte, den schlechten Sloper zu fixieren – was bei den gegebenen klimatischen Bedingungen wohl aussichtslos war.
Die wenigen, die den Sprung ansetzten, kletterten auch den Boulder und standen schließlich im Finale. So blieben aber am Ende für den Landshuter mit Platz neun ein erneutes Top-Ten-Ergebnis und die Gewissheit, auch das Zeug für ein Weltcup-Finale zu haben.
Selbiges lief erstmals in dieser Saison ohne den bislang überragenden Kilian Fischhuber (AUT) ab, der immer noch an einer Fingerverletzung, die ihn bereits in Eindhoven behinderte, laboriert. Dafür standen sein härtester Konkurrent um die Weltcup-Gesamtwertung, Adam Ondra (CZE) sowie die Herren Tsukuru Hori (JPN), Rustam Gelmanov (RUS), Cedric Lachat (SUI), Mykhailo Shalagin (UKR) und Lockenkopf Guillaume Glairon Mondet (FRA) in der Runde der letzten sechs.
Hier lief dann alles auf einen Schlagabtausch zwischen Ondra und dem sehr stark kletternden Lachat hinaus. Während Ondra jedoch alle vier Finalboulder in sechs Versuchen klettern konnte, fightete Lachat sich ebenfalls alle Finalboulder in zwölf Versuchen hinauf. Ondra holte damit seinen zweiten Weltcupsieg in dieser Saison vor Lachat.
Mit seinem zweiten Platz kehrt der Schweizer nun wieder auf die Podien der Weltcups zurück, nachdem er in der letzten Zeit wie beim Heimweltcup in Greifensee als Vierter entweder knapp daran vorbeigeschrammt war oder ihm einfach das letzte Quentchen Form oder Glück für ein Topresultat gefehlt hatte.
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