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02.12.2009
Allgemeine News

DAV Statement zu Pressemitteilung von KLEVER

Von: Thomas Bucher (DAV)

In einer Pressemitteilung kritisiert der Kletterhallenverband KLEVER e. V. „Massive Subventionen für DAV Kletterzentren“ und spricht von „Steuergeldverschwendung im großen Stil“. Darüber hinaus erhebt KLEVER „Zweifel an der Gemeinnützigkeit neuer Kletterhallenprojekte des DAV“.

Thomas UrbanThomas Urban, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins, äußert sich dazu wie folgt:

DAV-Kletteranlagen erfüllen gemeinwohlorientierte Aufgaben

Tatsächlich wird der Bau von Kletterhallen der DAV-Sektionen zum Teil mit öffentlichen Geldern gefördert. Diese Förderung ist aus einem gewichtigen Grund berechtigt: Alle DAV-Sektionen sind gemeinnützige Vereine - übrigens im Gegensatz zu ihren einzelnen Kletterhallenprojekten, die grundsätzlich nicht gemeinnützig sein können.

Die Sektionen übernehmen mit ihren künstlichen Kletteranlagen eine Vielzahl gemeinwohlorientierter Aufgaben:

  • Förderung des Breitensportes:
    Insgesamt bieten die Sektionen in ihren Kletterhallen 37.000 Kurse, Gruppenstunden und Veranstaltungen an. Dieses sehr breite Angebot wird von 2800 ehrenamtlich tätigen und speziell für den Indoor-Bereich ausgebildeten Fachübungsleitern und Betreuern getragen.
  • Soziale Integration:
    Die DAV-Sektionen bieten in ihren Kletterhallen insgesamt 3.600 Veranstaltungen für Familien an.
  • Gesundheitsförderung:
    1000 Veranstaltungen in DAV-Kletteranlagen sind gesundheits- und fitnessorientiert.
  • Sicherheit:
    Seit Jahrzehnten unterhält der DAV eine eigene Sicherheitsforschung, die sich in den letzten Jahren verstärkt mit Themen zum Indoor-Klettern auseinandersetzt. Aus diesen Forschungstätigkeiten heraus ist die Kampagne „Sicher klettern“ entstanden, die derzeit in drei deutschsprachigen Ländern und Südtirol läuft und zukünftig auch in Skandinavien präsent sein wird - übrigens nicht nur in DAV-Hallen, sondern auch in privaten Anlagen. Außerdem leiten Experten des DAV die europäische Normungskommission für künstliche Kletteranlagen. In diesem Gremium werden die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren für Kletteranlagen und Klettergriffe erarbeitet.
  • Förderung von Klettern als Schulsport:
    Mittlerweile ist Sportklettern in zwölf Bundesländern als Schulsport anerkannt. Dazu hat der DAV wesentlich beigetragen. Als Partner der Schulen wirkt der DAV bei der Lehrerfortbildung mit.
  • Förderung von Spitzensport:
    Leistungsorientierte Kletterer finden in den DAV-Anlagen hervorragende Trainingsmöglichkeiten. DAV-Hallen müssen einen Teil ihrer Routen so gestalten, dass effektives Training möglich ist. Bundeskader- und Landeskader-Mitglieder haben in den Hallen des DAV freien Eintritt. Außerdem stellen DAV-Sektionen ihre Hallen kostenfrei für nationale Wettkämpfe zur Verfügung.

Alle diese Punkte zeigen: Entgegen der Behauptung des Kletterhallenverbandes KLEVER errichten und betreiben die DAV-Sektionen ihre Anlagen nicht in wirtschaftlicher Gewinnerzielungsabsicht.

Dafür spricht übrigens auch ein anderer Punkt: Über 90 Prozent aller Besucher in DAV-Hallen sind Vereinsmitglieder. Insofern sind die DAV-Kletterhallen in erster Linie Orte, an denen ein aktives, vielfältiges und wertvolles Vereinsleben stattfindet.

 

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10 Kommentare [ anzeigen | verbergen ]
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lagartixa
07.01.2010 17:05 Uhr
Bei aller Kritik am Verein sollte man die Verdienste des DAV um den Klettersport nicht unerwähnt lassen.
Hier sei nur stellvertretend der Sicherheitskreis mit dem legendären Pit Schubert genannt.
Im Prinzip ist der DAV ein Verien und allen anderen Vereinen gleichgestellt. Insofern kann das Argument der Steuerverschwedung auch auf den Fussballverein um die Ecke zutreffen - und wer will den wirklich abschaffen z.B. zu Gunsten kommerzieller Anlagen?
Was hier eher passiert ist wohl Lobbyarbeit der Kletterhallen, die eine allgemeine (hier zu sehen) Unzufreidenheit nutzen, um daraus Vorteile zu erlangen.
Der DAV betreibt seit so vielen Jahren Kletterhallen, dass dieser Sachverhalt (Subventionen, steuerliche Erleichterungen und daher auch NICHT Erwitschaftung eines Gewinnes) jedem kommerziellen Anbieter der gleichen Dienstleistung bekannt war.
Der DAV ist keine mutlinationale, neoliberale Lobbykrake, in deren Vorstand Dr. No und Dr. Mabuse sitzen.
In erster Linie ist es ein Verein, der die Interessen seiner Mitglieder um- und durchsetzt- und genau das machen halt auch die kommerziellen Kletterhallen.
Nur zur Klarstellung: Ich bin DAV-Mitgleid, habe aber mein Abo auch in einer kommerziellen Halle, deren Betreiber ich sehr schätze.
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VictorV
09.12.2009 16:33 Uhr
Mal ganz ruhig bleiben. Der DAV ist ein Verein und hat das Recht, den Mitgliedern geeignete Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Und im Übrigen ist „wechselnder Mitgliederbestand“ ein Merkmal von Vereinen, fehlt dieser ist es kein Verein. Wie andere Sportvereine kann der DAV Anträge auf öffentliche Hilfe stellen, wo ist das Problem? Ah, „meine Steuern werden verschwendet“... Die Leier müssen sich Musikschulen, Jugendprojekte und das gesamte soziale und gesundheitliche Netz anhören. Und „der Wettbewerb wird massiv verzerrt“? Wenn die Besucherzahlen in kommerziellen Hallen wirklich rückgängig sind und, wie man hier im Forum erfährt, die Preise in den DAV-Hallen gleich hoch oder höher sind, dann gibt es sicher andere Gründe für die Entscheidung, die Halle zu wechseln.
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maku
08.12.2009 21:35 Uhr
Interessant, dass hier überhaupt, und verglichen mit anderen News recht viele Kommentare geschrieben werden. Außerdem fällt der kritische Ton fast aller ins Auge.

Sehr geehrter Herr Urban,
es mag ja sein, dass das hier nicht unbedingt der richtige Ort für das ein oder andere Thema ist, jedoch bekommt man hier ein anderes Bild als es in ihrem Interesse ist. Daher würde ich mir wünschen, dass sie dazu mal differenzierter Stellung nehmen und auf die Kritikpunkte eingehen. Schließlich liegt es in ihrem Interesse, dass sich das Bild wandelt.
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Paco
08.12.2009 02:01 Uhr
Summa summarum: der DAV hat sich mit dieser Veröffentlichung wohl selbst ins bein geschossen. ich weiss schon, warum ich zwar mitglied im dav bin (versicherungsrechtliche gründe) aber nicht an diesem vereinsmeierischen tun aktiv beteiligt bin...
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mat_nue
03.12.2009 14:40 Uhr
Dem kann ich mich nur anschliessen.
Ich bin DAV-Mitglied, weil die Kletterhalle & Shops ermässigt sind - das rechnet sich :)
Wieso das jetzt 'gemeinnützig' ist und vom Staat gefördert werden muss, kapier ich auch nicht.
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Udo
03.12.2009 10:20 Uhr
Die Argumentation von Herrn Thomas Urban, privat betriebene Kletterhallen seien im
Vergleich zu DAV-Hallen weniger oder gar nicht gemeinnützig, ist falsch!
Man kann einräumen, daß DAV-Kletterhallen einen größeren Teil zu den Themen
Sicherheit und Schulsport beitragen, wobei auch diese Argumente auf viele private Hallen
zutreffen.
Alle anderen Punkte
- Förderung des Breitensportes
- Soziale Integration
- Gesundheitsförderung
- Förderung von Spitzensport
treffen für jede privat betriebene Kletterhalle in gleicher Weise zu.

Wenn beim Betreiben der DAV-Kletterhallen das Allgemeinwohl und die Gemeinnützigkeit
im Vordergrund stehen würden, bräuchten sie für die, zugegebenermaßen umfassenden,
Leistungen nicht den gleichen, oder sogar höhere Preise verlangen, als dies in privaten
Hallen der Fall ist.
Vielmehr liegt es auf der Hand, daß das Hauptinteresse des DAV darin besteht, Gewinn zu
erzielen und neue Mitglieder zu werben.
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kompass
02.12.2009 21:56 Uhr
lieber thomas urban,

im eingang der antwort wird es schon ganz treffend beschrieben: alle DAV sektionen sind gemeinnützig und andere kletterhallenprojekte nicht!

noch ein unterschied, den sie nicht erwähnen: die "anderen" projektinitiatoren haften für ihr projekt mit haut und haar...

wenn aber BEIDE das gleiche produkt zum gleichen preis auf dem markt anbieten, und der eine bekommt (von den steuergeldern u.a. des anderen) subventionen und der andere nicht, der eine führt 19% von den einnahmen ab und der andere 7%, dann ist etwas aus dem lot!

schade dass sie den artikel nicht aufmerksam gelesen haben und die antwort eben 100 % vorbei geht! es geht nicht um die leistungen des DAV sondern um das messen mit zweierlei maß!
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sebastian83
02.12.2009 21:26 Uhr
Interessant, was da so alles behauptet wird. Nun mal los:

„Kletterhallen sind Grundsätzlich nicht gemeinnützig“
Mag schon stimmen, bloß ist der Punkt ja auch nicht der Betrieb, sondern die Investitionen. Bei den Investitionen (Bau, Erweiterungen) fließen massiv Steuergelder. Summen, die kommerzielle Hallen erst einmal durch den Betrieb refinanzieren müssen.

„Förderung des Breitensportes:”
In anderen (kommerziellen) Hallen werden genauso Breitensport-Aktivitäten angeboten. Vor allem sollte man bedenken, dass die Besucher dieser DAV-Veranstaltungen (auch bei Kinder- und Jugendgruppen) alle Eintritt zahlen (teilweise zum Kurspreis zusätzlich).
Gleiches gilt für die Punkte Soziale Integration, Gesundheitssport und Schulsport.

„Sicherheit:”
Das ist kein Grund Steuermittel und Vereinsbeiträge für Hallen zu verschwenden, vor allem da die Sicherheitsforschung nicht aus den Kletterhallen-Einnahmen finanziert wird.

„Förderung von Spitzensport:”
Das mit dem freien Eintritt für Kadermitgliedern stimmt so, bloß ist das auch in einigen kommerziellen Hallen so.
Das mit den „hervorragenden Trainingsmöglichkeiten“ ist lächerlich. „einen Teil ihrer Routen“ ist sehr dehnbar. Gute Trainingsmöglichkeiten für Leistungssportler hieße vor allem abwechslungsreiche, schwere Routen. Diese findet man aber in kommerziellen Hallen deutlich eher als in DAV-Hallen. Man vergleiche nur mal die Anzahl der schwierigen Routen in den Hallen High-East, Forchheim, Scheidegg und den DAV-Hallen München-Thalkirchen, Gilching, Heilbronn, Augsburg etc

„..betreiben die DAV-Sektionen ihre Anlagen nicht in wirtschaftlicher Gewinnerzielungsabsicht. ”
Ähm, jeder der zumindest ab und zu eine größere DAV-Halle betritt weiß das dieser Satz nicht stimmt (sonst könnten die Preise in einigen DAV-Hallen sofort deutlich sinken…).

„…und wertvolles Vereinsleben stattfindet”
Kaum ein Kletterhallenbesucher sieht sich beim Klettern als “aktives Vereinsmitglied”. Den meisten Kletterhallenbesuchern ist es völlig egal ob es sich um eine DAV-Halle oder eine kommerzielle Halle handelt.

Die meisten großen DAV-Hallen werden definitiv nicht in gemeinwohlorientierter Weise betrieben!
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Goldi
02.12.2009 20:27 Uhr
Unglaublich mit welcher Dreistigkeit und Heuchelei hier von Seiten der DAV-Spitze argumentiert wird. Fakt ist doch, dass die Förderung des Breiten-, Gesundheits-, und Schulsports in letzter Konsequenz von Seiten des DAV auch ein Engagement bezüglich des Kletterns am Naturfels erfordert. Schließlich drängt ja auch ein Teil der Massen irgendwann einmal an den Fels. Großzügigerweise bietet der DAV dann auch noch Kurse wie "Von der Halle ins Freie" und ähnliches an. Alles Dinge mit denen man eine Menge Geld verdient; und das auch noch mit Hilfe von Heerscharen von Ehrenamtlichen, die natürlich nichts kosten. In Sachen Engagement am Fels, glänzen die Bürokraten des DAV mit absoluter Passivität. Routensanierungen, Hakenmaterial, Konzeptionen, Vertretung der Kletterer in Sachen Felssperrungen... und so weiter und so fort. Alles Dinge die Geld und Mühe kosten. Hier bemühen sich in erster Linie die Mitglieder der AKNs, der IGs, der Bergwacht und nicht zuletzt private Initiativen mit ihren doch begrenzten Mitteln. Der DAV tut wohl nichts mit dem man kein Geld verdienen kann. Mit den Mitteln, der Lobby und den finanziellen Möglichkeiten, könnte der DAV diesbezüglich "Berge versetzen"... ...so denn er sich nur bemühen würde.
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r.r.
02.12.2009 17:46 Uhr
Zitat Pressemitteilung: "Dafür spricht übrigens auch ein anderer Punkt: Über 90 Prozent aller Besucher in DAV-Hallen sind Vereinsmitglieder" und über 90% der Vereinsmitglieder sind nur aus einem Grund im Verein: Weil die Benutzung der Halle dadurch günstiger wird. Damit gibt der DAV dem KLEVER Artikel in dem Punkt recht, dass die Hallen der Mitgliederwerbung dienen und dies recht erfolgreich.
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