Messner: "Jemand der nur in der Halle am Plastik klettert, kann das alles nicht verstehen"
Von: Text & Fotos: Martin Joisten
"Jeder richtige Bergsteiger kann das nachvollziehen!
Jemand der nur in der Halle am Plastik klettert, kann das nicht verstehen."Â Â
Mit diesen Worten beendete Reinhold Messner seine Replik auf die
Fragen, die ich ihm gestellt hatte. Gelächter im Raum - klar - ein
nettes Klischee, das sich anbot. Nur weil ich gerade blond gefärbte
Haare habe und vielleicht etwas jünger aussah, als der Rest der
anwesenden Journalisten, wurde ich als "unerfahrener Hallefuzzi"
abgestempelt. Ich musste auch lachen, wenngleich aus einem ganz anderen
Grund, hatte ich doch einen netten Aufhänger für meinen Bericht.
Aber -
fangen wir mal von vorne an:
Manfred Sturm
Hinten: Ingo Buchelt, Thomas Urban vom DAV
Michael Pause
Bergauf-Bergab
Heute früh startete pünktlich um 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten des
Piper-Verlags in München eine Pressekonferenz mit Reinhold Messner, in
der er über die Knochenfunde am Nanga Parbat, deren Untersuchung und
der sich für ihn daraus ergebenden Konsequenzen mit geladenenen
Journalisten reden wollte. Da darf natürlich Climbing.de nicht fehlen...
Die Pressekonferenz dauerte
satte 2,5 Stunden und wartete mit teils deftigen Diskussionen auf.
Presse und Prominenz war zahlreich vertreten, so dass es nicht nur
aufgrund der teils hitzigen Diskussionen allen Beteiligten recht warm
wurde - wie praktisch bei dem zu dieser Zeit herrschenden Schneetreiben
vor der Türe.
Die Ankunft von Reinhold Messner hatte etwas von einem Popstar. "Er ist
schon im Haus" wisperte eine Angestellte des Piper-Verlags und einige
Journalisten hasteten ihm - bewaffnet mit Kameras - durch den Korridor
des Verlags entgegen. Die ersten Fotos im Gang, das erste Posing vor
der Kamera mit seinem Buch "Die weisse Einsamkeit". Der Rest der
Journalisten wartete geduldig im Raum, bis Reinhold diesen
schließlich betrat. Dann war Schluss mit lustig - schnell noch
den Kaffee runtergekippt und los ging die Pressekonferenz.
Nach kurzen, einleitenden Worten eines leitenden Verlagsmitglieds
hieß uns Reinhold Willkommen und erklärte recht lange, was
denn der Knochenfund - seiner Meinung nach - für Auswirkungen
hätte. Ohne mich in Details verlieren zu wollen, lautete Messners
Botschaft stark zusamengefasst: "Der Knochenfund beweist, dass
Günther tatsächlich mit Reinhold über die Diamirflanke
abgestiegen ist und demzufolge ist seine Darstellung der damaligen
Umstände komplett richtig und diejenigen, die etwas anderes
behauptet haben bzw. noch immer behaupten, wurden nun der Unwahrheit
überführt."
Bei seinen Ausführungen in Bezug auf die Medien, die Verlage, den
Deutschen Alpenverein oder in Bezug auf Herrligkoffer, von
Kienlin und Saler spart Messner nicht mit starken Worten. Es gab
eine Rufmordkampagne gegen ihn, Herrligkoffer habe sich
"unmenschlich" verhalten, von Kienlin sei ein Fälscher, Saler
hinterfotzig - entweder Täter oder Opfer, es gab "Verbrechen von
den Kolpoteuren"Â usw. usw.
Messner meinte weiterhin, dass nun jeder die Gelegenheit zu einer
Richtigstellung hätte, denn es gäbe schließlich keinen
vernünftigen Grund mehr, an seiner Schilderung zu zweifeln.
"Kienlin, Bauer, Saler und Winkler müssen nun die Karten auf den
Tisch legen. Mir reicht da ein 'Sorry'!". Der angerichtete Schaden sei
aber dennoch nicht mehr gutzumachen. Die Medien hätten sich, wie
auch der Deutsche Alpenverein durch die Buchvorstellung von Saler und Kienlin auf der
Praterinsel mitschuldig bei dieser Rufmordkampagne gemacht. "Ich
möchte von dieser Geschichte endlich Ruhe haben."
Nicht nur Messner möchte seine Ruhe haben - auch der anwesende
Manfred Sturm von der Herrligkoffer-Stiftung wünscht dies.
Eindringlich appellierte dieser an die anwesenden Pressevertreter, das
"alles nun ein Ende" haben solle und auch Messner betont: "Ich sehe
keine Notwendigkeit zu diesem Thema noch eine Pressekonferenz zu geben".
Reinhold Messner
Hanspeter Eisendle
Auf meine Anmerkung, dass Kritiker nun sicherlich schreiben würden, dass die
Knochenfunde möglicherweise den Abstieg Günthers über die Diamirflanke belegten,
aber das "warum" noch immer gepaart mit den eidesstattlichen
Versicherungen, Messner habe mehrfach und detailliert von einer
möglichen Überschreitung gesprochen, im Raume stünde, wird der Tonfall
wieder alles andere als versönlich.
Eine Überschreitung ohne Ausrüstung wäre Wahnsinn gewesen und er habe
schließlich seine Kameraden gebeten, die Merkl-Rinne mit Seilen für
seinen Abstieg zu versichern und auf ihn zu warten. Schon allein daraus
ergebe sich, dass er den Nanga Parbat zu keinem Zeitpunkt überschreiten
wollte.
Als ich dann nachfragte, was denn nun einfacher gewesen wäre: Seinen
höhenkranken Bruder über eine vollkommen unbekannte Route die
Diamirflanke herunterzuführen im sicheren Wissen, dass dort keinerlei
Lager und keinerlei Hilfe zu erwarten gewesen wäre oder Günther bis
(von oben betrachtet) zum Ende der Merkl-Rinne über die bekannte
Aufstiegsroute zu führen, wenn denn dort seine Kameraden auf seinen
Wunsch hin Seile fixierten und Hilfe in greifbarer Nähe ist. Da ging
es auch mit Messner ein wenig durch - wahrscheinlich hat er diese Frage
schon etwas zu oft gestellt bekommen. Günther und er hätten sehr viele
Möglichkeiten durchdacht und wären zu dem Schluss gekommen, dass ein
Abstieg über die Merkl-Rinne schlichtweg unmöglich gewesen wäre. Auch
wenn ihn nur 5 Meter von den Helfern getrennt hätte, hätte das
auch nicht gereicht und erinnerte in diesem Zusammenhang an den
tragischen Fall von Toni Kurz in der Eiger-Nordwand. Zudem hätte ihm
Günther gesagt, dass die Merkl-Rinne eben nicht mit Seilen versichert
ist.
Auf meine Entgegnung, dass zwar Günther aus Wut über den Seilverhau
alleine loszog, aber deswegen davon auszugehen, dass keine Seile
fixiert würden, wäre doch etwas übertrieben, meinte Messner: Zum
Anbringen von Fixseilen benötigt man zwei Personen, es war aber nur
eine da - deswegen bin ich davon ausgegangen, dass die Rinne nicht
versichert ist.
Er musste seinem Bruder helfen, sah als einzigen gangbaren Weg den
Abstieg über die Diamirflanke, den er Jahre später in nur 6 Stunden
hinter sich brachte und schlug diesen Weg ein. Lieber dort Stück für
Stück runter, als dem sicheren Tod beim Versuch über die Merkl -Rinne
abzusteigen ins Auge zu blicken.
Und eben zu krönenden Abschluss
"Jeder richtige Bergsteiger kann das nachvollziehen. Jemand der nur in
der Halle am Plastik klettert, kann das alles nicht verstehen"
;-)
Auf die Nachfrage eines anderen Journalisten, wie es denn mit dem
Rufkontakt war, gibt Messner diesen zu, doch er hatte sich
ausgerechnet, dass die aufsteigende Seilschaft eh erst viel zu spät zu
Günther und ihm gekommen wäre und wollte deren Leben nicht auch noch
in Gefahr bringen. Daher habe er diesen eben nichts vom Zustand seines
Bruders signalisiert.
Soweit also dazu. Noch kurz zum eigentlichen Knochenfund:
Der Südtiroler Bergführer Hanspeter Eisendle fand den Knochen zufällig
bei Dreharbeiten auf dem Gletscher am Nanga Parbat unterhalb der
Diamirflanke. Er steckte halb im Geröll und war so verwittert, dass er
diesen zunächst nur für einen Ast hielt. Als er ihn herausgezogen
hatte, habe er ihn als einen Knochen erkannt. Ein Bruder von Reinhold
Messner war Arzt und auch vor Ort. Dieser hielt ihn für zu gross, als
dass er zu Günther gehören könne. Daher mass man diesem Fund nicht eine
solch große Bedeutung zu und vermutete eher, dass er einem vermissten
Pakistaner zuzuordnen wäre. Das war ihm Jahr 2000.
Schließlich landete der Knochen beim gerichtsmedizinischen Institut in
Innsbruck und wurde dort untersucht. Messner gab in seinen eigenen
Worten als "Laie" - wie er selber meinte - dazu bekannt, dass er
behaupten dürfe, dieses Knochenstück gehöre sicher zu seinem Bruder -
die Mediziner dürften dies so nicht behaupten. Es folgten
Zahlenspielchen, die keiner so recht durchschauen konnte. So beträgt
z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass die gefundene DNA-Kette bei einem
Menschen vorkommt 1:557.000 Welche Aussagekraft hat dies? Eine ganz
andere Zahl besagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Knochen
von Günther ist, 60mal höher ist, als dass der Knochen von einem
anderen Menschen stammte. Zudem wurde die Größe des Menschen auf
165-175cm festgelegt - Messners Bruder war wohl 170cm gross.
Bleibt trotzdem die Frage:
Was beweist dieser Fund ausser, dass Günther auf der Diamirseite des
Nanga Parbat ums Leben gekommen ist und nicht - wie wohl Herrligkoffer
mutmasste - in der Nähe der Merkl-Rinne? Natürlich - wenn dieser Part
stimmt, warum sollte dann nicht auch der Rest der Geschichte von
Reinhold Messner stimmen, aber ich denke, dass noch immer einige Fragen
zu klären sind.
Ich wurde im Anschluss an die Pressekonferenz kurz von Antenne Bayern
gebeten, als Teilnehmer die Frage zu beantworten, ob ich glaubte,
dass Reinhold Messner mit dieser Pressekonferenz sein Ziel erreicht
habe, dass nun endlich Ruhe ist. Mein Kommentar und meine Meinung
"Sicherlich nicht!".
Und wenn schon einer, der nur am Plastik in der Halle klettert diese
ganzen Umstände nicht verstehen kann - wie bitte schön sollen das
Journalisten verstehen, die mit dem Bergsport überhaupt nichts zu tun
haben?
In diesem Sinne - ich denke, dass diese Angelegenheit die alpinen
Blätter - und nicht nur diese - noch eine ganze Weile beschäftigen
wird...
Martin Joisten
Dank an Thorsten W. für die Digicam!
Lieber Francis.
Messner selbst gibt mehrere Versionen zu besten. Seine Aussagen sind in vielerlei Hinsicht widersprüchlich. Die Frage, WARUM ER ÜBERHAUPT über die Diamirseite abgestiegen ist, hat er bisher einzig durch die "Notlage" begründet, aber noch nie schlüssig erklärt. Ich zitiere hier sinngemäß Hans Saler: Warum klettert einer in erschöpftem Zustand an der Außenfassade eines Hochhauses hinunter, gerade weil er erschöpft ist, anstatt durchs Treppenhaus abzusteigen?
R.M. hat (wie er zugibt) nie um Hilfe gerufen, als Scholz und Kuen in Rufweite waren. Trotzdem beschuldigt er die beiden, ihnen wäre der Gipfel wichtiger gewesen, als ihm und seinem Bruder zu helfen - und bezichtigt sie deshalb unterlassener Hilfeleistung! Usw usf...
Lies einfach mal das Buch von Hans Saler: Dieser BEHAUPTET NIE, Messner sei Schuld am Tod von Günther - er versucht lediglich, die Fakten in einen nachvollziehbaren, logischen Zusammenhang zu bringen. Was ihm weitaus besser gelingt, als es Messner vermag. Die Bücher von Saler und von Kienlin sind auch keine Offensive gegen Messner. Vielmehr hat R.M. den Bogen mit der Behauptung überspannt, seine Kameraden trügen eine Mitschuld am Tod Günthers. Und dagegen wehren sich Saler und v.Kienlin.
Erstaunlich ist auch, wie R.M. in seinem neuesten Buch (als Reaktion auf die beiden "Trittbrettfahrer" :-)) doch wieder etwas verhaltenere Töne anschlägt, was seine Angriffe auf das Team von damals betrifft.
Also: Der Knochenfund verät NICHTS über R.M.s Motive, die NP-Überschreitung durchgeführt zu haben. Insofern sind Zweifel an den Storys Messners absolut angebracht.
Grüße,
Joachim
chaot32
03.02.2004 11:28 Uhr
[quote=**Francis schrieb am 03.02.2004**] Hallo,
mich würde interessieren, warum der Autor (Martin Joisten) in seinem Bericht die Darstellung Messners zur viel zitierten 1970er-Nanga-Parbat-"Geschichte" zwar nicht ganz offen, aber doch deutlich zwischen den Zeilen zu lesen in Zweifel zieht. Worin liegt das Interesse, ein Bergsteiger-"Denkmal" wie Messner, das sicherlich nicht jedem sympathisch sein muss, ohne Kenntnis der Sache (diese kann alleine Messner haben) ins Wanken zu bringen.
Der Knochenfund von 2000 - sollte er tatsächlich Günther Messner zuzuordnen sein - zeigt, dass die Mutmaßungen nicht nur Herrligkoffers-, sondern auch der anderen Expeditionsteilnehmer von damals wie Saler und Kienlin, so wie sie sie in ihren Büchern vorgebracht haben, falsch sind. Die Gründe, warum die Messner-Brüder ins Diamir-Tal abgestiegen sind und nich den Rupal-Aufstiegsweg genommen haben, legt Messner detailliert in seinen diversen Veröffentlichungen zu dem Thema dar. Man muss dies nicht glauben, aber welche Veranlassung hätte man dazu, das in Zweifel zu ziehen, wo doch der Einzige der die Wahrheit wirklich kennt, Messner ist und sonst niemand? [endquote]
Tja, vielleicht deshalb, weil Messner in den vergangen 30 Jahren dieses Thema immer wieder selbst auf den Tisch gebracht hat, und dabei nicht immer die gleiche Geschichte erzählt hat, sondern immer wieder unterschiedliche Versionen. (Z.B. die Höhe, auf der sein Bruder angeblich verunglückt ist, schwankt um ca. 1500m in unterschiedlichen Interviews etc...) Das gibt halt soch etwas zu denken. Und dann sein "Angriff" auf die damaligen "Kameraden" in Bezug auf *unterlassene Hilfeleistung* vor nicht allzu langer Zeit....
Francis
03.02.2004 07:11 Uhr
Hallo,
mich würde interessieren, warum der Autor (Martin Joisten) in seinem Bericht die Darstellung Messners zur viel zitierten 1970er-Nanga-Parbat-"Geschichte" zwar nicht ganz offen, aber doch deutlich zwischen den Zeilen zu lesen in Zweifel zieht. Worin liegt das Interesse, ein Bergsteiger-"Denkmal" wie Messner, das sicherlich nicht jedem sympathisch sein muss, ohne Kenntnis der Sache (diese kann alleine Messner haben) ins Wanken zu bringen.
Der Knochenfund von 2000 - sollte er tatsächlich Günther Messner zuzuordnen sein - zeigt, dass die Mutmaßungen nicht nur Herrligkoffers-, sondern auch der anderen Expeditionsteilnehmer von damals wie Saler und Kienlin, so wie sie sie in ihren Büchern vorgebracht haben, falsch sind. Die Gründe, warum die Messner-Brüder ins Diamir-Tal abgestiegen sind und nich den Rupal-Aufstiegsweg genommen haben, legt Messner detailliert in seinen diversen Veröffentlichungen zu dem Thema dar. Man muss dies nicht glauben, aber welche Veranlassung hätte man dazu, das in Zweifel zu ziehen, wo doch der Einzige der die Wahrheit wirklich kennt, Messner ist und sonst niemand?
jm
02.02.2004 00:34 Uhr
reinhold messner polarisiert eben immer noch und wieder. und gute pr ists auch für ihn (egal ob gewollt oder nicht)
Jürgen-Kremer
31.01.2004 22:41 Uhr
Die getroffenen Aussagen zur Elequenz von Reinhold Messner kann ich (ich habe ihn an zwei Vorträgen mit Diskussion mal erlebt) durchaus bestätigen. Die Aussage: Hinterher weiß man nicht mehr, was man eigentlich gefragt hat! scheint mir zutreffend. Insofern scheint mir die Klärung der Lage auch durch noch mehr Pressekonferenzen oder Gegendarstellungen nicht klarer zu werden, den Knochen von Günther können wir auch nicht mehr fragen. Hier wird es - so fürchte ich - keine abschließende Wahrheit mehr geben.
steffenC
30.01.2004 18:58 Uhr
Tja, Martin, ich sah deine Seite bisher als Plattform mit subjektiver Themenauswahl, die aber eine gewisse Objektivität für sich beansprucht. Unter diesem Blickwinkel macht es sicherlich keinen Spass, den Aufmacher auch als gesamten Inhalt wahrzunehmen. Darauf bezog sich mein "Schade". Dies war jedoch keine Aufforderung für eine Rechtfertigung, weder für Dich noch für den Messner - auch wenn es scheinbar dem Zeitgeist entspricht!
webmaster
30.01.2004 18:24 Uhr
Nun Steffen,
alles, was ich hier auf meiner Seite bei solchen Gelegenheiten schreibe, ist in der einen oder anderen Art subjektiv "gefärbt". Das ist gerade der Witz an der Geschichte. Ich finde das so viel interessanter und kurzweiliger - einmal zum Schreiben und hoffentlich auch zum Lesen. Wenn Du etwas anderes haben möchtest, dann tut mir das leid - vielleicht müsstest Du Dir zu diesem Thema den Spiegel oder die Süddeutsche nehmen.
Und sei versichert - hier geht es nun wirklich nicht um eine "Verletzung persönlicher Eitelkeiten". Dazu bin ich viel zu unwichtig, als dass ich bei so einer Gelegenheit die beleidigte Leberwurst spielen müsste, auf Rache sinne und hier wild drauf los schreibe. Mal im ernst: Wer bin ich, dass Reinhold Messner mich kennen müsste? Na also!
Es war lustig, wie er da ins Blaue geschossen hat und brachte mir eben dadurch einen netten Aufhänger. Nicht mehr - nicht weniger. Aber danke für die Blumen, dass Du überhaupt in eine solche Richtung gedacht hast ;-)
steffenC
30.01.2004 18:04 Uhr
Leider wird hier ein stark subjektiv verfärbter Bericht abgeliefert, der offensichtlich aufgrund der Verletzung persönlicher Eitelkeiten geschrieben wurde. Schade!
P.S. Welche Fragen sind denn offen?
webmaster
30.01.2004 09:42 Uhr
[quote=**fichtelwichtel schrieb am 30.01.2004**] Danke für diesen sehr informativen Bericht!
Habe R. Messner bei Maischberger gesehen. Seine Körpersprche und Gestik vermittelte mir da den Eindruck, dass er sich nicht immer sicher ist bei seinen Aussagen. Wie war da Dein Live-Eindruck?
Das mit dem Hallenfuzzi finde ich schon sehr überheblich! Aber es ist wohl auch bezeichnend für R. M. [endquote]Das mit dem "Hallenfuzzi" hat er nicht gesagt, sondern ist meine Interpretation seiner Aussage.
Generell ist Messner durch seine jahrzehntelange Praxis sehr eloquent. Ich hatte den Eindruck, dass er auf die Fragen - die ja nicht neu waren - eine Standardreplik hatte, die er zu jeder tages- und nachtzeit zum besten geben kann. Das führte aber mitunter dazu (wie man das bei Politikern sehr häufig trifft), dass er eine Antwort gab, die gar nicht zur Frage passte. Das dann aber so umfangreich, dass man sich am Ende kaum mehr an die eigentliche Frage erinnern konnte. Manchmal wurde nachgehakt und nachgebohrt, aber ein Messner lässt sich nicht festnageln. Dazu ist er - wie schon gesagt - viel zu redegewandt...
fichtelwichtel
30.01.2004 09:35 Uhr
Danke für diesen sehr informativen Bericht!
Habe R. Messner bei Maischberger gesehen. Seine Körpersprche und Gestik vermittelte mir da den Eindruck, dass er sich nicht immer sicher ist bei seinen Aussagen. Wie war da Dein Live-Eindruck?
Das mit dem Hallenfuzzi finde ich schon sehr überheblich! Aber es ist wohl auch bezeichnend für R. M.
webmaster
30.01.2004 08:13 Uhr
[quote=**Lothar schrieb am 30.01.2004**] Danke Martin für den ausführlichen Bericht. Übrigens war es Toni Kurz der 1936 ein tragisches Ende am Eiger fand. Toni Schmid war einer der Erstbegeher der Matterhorn-Nordwand. Er starb in der Wiesbachhorn NW-Wand. [endquote]Hallo Lothar, Du hast natürlich völlig recht - es war Toni Kurz. Vielen Dank dafür! Ich habe das verbessert.
Berofa
30.01.2004 08:09 Uhr
Martin, Du bist einfach der beste.
Vielen dank für diesen ausführlichen Bericht.
Berofa
Lothar
30.01.2004 08:09 Uhr
Danke Martin für den ausführlichen Bericht. Übrigens war es Toni Kurz der 1936 ein tragisches Ende am Eiger fand. Toni Schmid war einer der Erstbegeher der Matterhorn-Nordwand. Er starb in der Wiesbachhorn NW-Wand.
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Das Banff Mountain Film Festival ist das renommierteste Bergfilmfestival der Welt. Hier werden alljährlich die besten Bergfilme ausgezeichnet. Ab Februar 2012 gehen die Filme auf große Weltreise und werden ab dem 25. Februar in über 30 Städten in Deutschland und der Schweiz zu sehen sein. Bei 4-Seasons.TV gibt es jetzt schon den Trailer zu sehen.
Der Weg ist das Ziel. Dieses Motto zählt wohl bei kaum einer Sportart mehr als beim Extrembergsteigen. Ob auf den Mount Everest oder doch nur auf den Mont Blanc. Die Ausrüstung ist bei Expeditionen in die Höhe absolut überlebenswichtig. Und das nicht nur in der Todeszone. Alix von Melle aus der Globetrotter Filiale München ist eine sehr erfahrene Höhenbergsteigerin und weiß gant genau welches Equipment bei 5.000 + nicht fehlen darf.
Beim Toprope wird das Seil in eine Umlenkung am Ende einer Route so eingehängt, dass beide Seilenden bis zum Boden reichen. Worauf es beim Toprope-Klettern ankommt, zeigen die Kletterexperten vom DAV.
Da hat sich Johannes Munde mal etwas vorgenommen. Eine andere Art, den Gipfel des Basteifelsens „Langer Israel“ bei Rathen zu erklimmen. Nicht durch Kletterei, sondern durch einen wagemutigen Sprung.
Klettern ist im Trend. Der Deutsche Alpenverein beobachtet volle Kletterhallen, der Handel einen stetigen Kundenzuwachs. Globetrotter Experte Rainer Jäpel und Matthias Keller vom DAV im Gespräch.
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Messner selbst gibt mehrere Versionen zu besten. Seine Aussagen sind in vielerlei Hinsicht widersprüchlich. Die Frage, WARUM ER ÜBERHAUPT über die Diamirseite abgestiegen ist, hat er bisher einzig durch die "Notlage" begründet, aber noch nie schlüssig erklärt. Ich zitiere hier sinngemäß Hans Saler: Warum klettert einer in erschöpftem Zustand an der Außenfassade eines Hochhauses hinunter, gerade weil er erschöpft ist, anstatt durchs Treppenhaus abzusteigen?
R.M. hat (wie er zugibt) nie um Hilfe gerufen, als Scholz und Kuen in Rufweite waren. Trotzdem beschuldigt er die beiden, ihnen wäre der Gipfel wichtiger gewesen, als ihm und seinem Bruder zu helfen - und bezichtigt sie deshalb unterlassener Hilfeleistung! Usw usf...
Lies einfach mal das Buch von Hans Saler: Dieser BEHAUPTET NIE, Messner sei Schuld am Tod von Günther - er versucht lediglich, die Fakten in einen nachvollziehbaren, logischen Zusammenhang zu bringen. Was ihm weitaus besser gelingt, als es Messner vermag. Die Bücher von Saler und von Kienlin sind auch keine Offensive gegen Messner. Vielmehr hat R.M. den Bogen mit der Behauptung überspannt, seine Kameraden trügen eine Mitschuld am Tod Günthers. Und dagegen wehren sich Saler und v.Kienlin.
Erstaunlich ist auch, wie R.M. in seinem neuesten Buch (als Reaktion auf die beiden "Trittbrettfahrer" :-)) doch wieder etwas verhaltenere Töne anschlägt, was seine Angriffe auf das Team von damals betrifft.
Also: Der Knochenfund verät NICHTS über R.M.s Motive, die NP-Überschreitung durchgeführt zu haben. Insofern sind Zweifel an den Storys Messners absolut angebracht.
Grüße,
Joachim
mich würde interessieren, warum der Autor (Martin Joisten) in seinem Bericht die Darstellung Messners zur viel zitierten 1970er-Nanga-Parbat-"Geschichte" zwar nicht ganz offen, aber doch deutlich zwischen den Zeilen zu lesen in Zweifel zieht. Worin liegt das Interesse, ein Bergsteiger-"Denkmal" wie Messner, das sicherlich nicht jedem sympathisch sein muss, ohne Kenntnis der Sache (diese kann alleine Messner haben) ins Wanken zu bringen.
Der Knochenfund von 2000 - sollte er tatsächlich Günther Messner zuzuordnen sein - zeigt, dass die Mutmaßungen nicht nur Herrligkoffers-, sondern auch der anderen Expeditionsteilnehmer von damals wie Saler und Kienlin, so wie sie sie in ihren Büchern vorgebracht haben, falsch sind. Die Gründe, warum die Messner-Brüder ins Diamir-Tal abgestiegen sind und nich den Rupal-Aufstiegsweg genommen haben, legt Messner detailliert in seinen diversen Veröffentlichungen zu dem Thema dar. Man muss dies nicht glauben, aber welche Veranlassung hätte man dazu, das in Zweifel zu ziehen, wo doch der Einzige der die Wahrheit wirklich kennt, Messner ist und sonst niemand? [endquote]
Tja, vielleicht deshalb, weil Messner in den vergangen 30 Jahren dieses Thema immer wieder selbst auf den Tisch gebracht hat, und dabei nicht immer die gleiche Geschichte erzählt hat, sondern immer wieder unterschiedliche Versionen. (Z.B. die Höhe, auf der sein Bruder angeblich verunglückt ist, schwankt um ca. 1500m in unterschiedlichen Interviews etc...) Das gibt halt soch etwas zu denken. Und dann sein "Angriff" auf die damaligen "Kameraden" in Bezug auf *unterlassene Hilfeleistung* vor nicht allzu langer Zeit....
mich würde interessieren, warum der Autor (Martin Joisten) in seinem Bericht die Darstellung Messners zur viel zitierten 1970er-Nanga-Parbat-"Geschichte" zwar nicht ganz offen, aber doch deutlich zwischen den Zeilen zu lesen in Zweifel zieht. Worin liegt das Interesse, ein Bergsteiger-"Denkmal" wie Messner, das sicherlich nicht jedem sympathisch sein muss, ohne Kenntnis der Sache (diese kann alleine Messner haben) ins Wanken zu bringen.
Der Knochenfund von 2000 - sollte er tatsächlich Günther Messner zuzuordnen sein - zeigt, dass die Mutmaßungen nicht nur Herrligkoffers-, sondern auch der anderen Expeditionsteilnehmer von damals wie Saler und Kienlin, so wie sie sie in ihren Büchern vorgebracht haben, falsch sind. Die Gründe, warum die Messner-Brüder ins Diamir-Tal abgestiegen sind und nich den Rupal-Aufstiegsweg genommen haben, legt Messner detailliert in seinen diversen Veröffentlichungen zu dem Thema dar. Man muss dies nicht glauben, aber welche Veranlassung hätte man dazu, das in Zweifel zu ziehen, wo doch der Einzige der die Wahrheit wirklich kennt, Messner ist und sonst niemand?
alles, was ich hier auf meiner Seite bei solchen Gelegenheiten schreibe, ist in der einen oder anderen Art subjektiv "gefärbt". Das ist gerade der Witz an der Geschichte. Ich finde das so viel interessanter und kurzweiliger - einmal zum Schreiben und hoffentlich auch zum Lesen. Wenn Du etwas anderes haben möchtest, dann tut mir das leid - vielleicht müsstest Du Dir zu diesem Thema den Spiegel oder die Süddeutsche nehmen.
Und sei versichert - hier geht es nun wirklich nicht um eine "Verletzung persönlicher Eitelkeiten". Dazu bin ich viel zu unwichtig, als dass ich bei so einer Gelegenheit die beleidigte Leberwurst spielen müsste, auf Rache sinne und hier wild drauf los schreibe. Mal im ernst: Wer bin ich, dass Reinhold Messner mich kennen müsste? Na also!
Es war lustig, wie er da ins Blaue geschossen hat und brachte mir eben dadurch einen netten Aufhänger. Nicht mehr - nicht weniger. Aber danke für die Blumen, dass Du überhaupt in eine solche Richtung gedacht hast ;-)
P.S. Welche Fragen sind denn offen?
Habe R. Messner bei Maischberger gesehen. Seine Körpersprche und Gestik vermittelte mir da den Eindruck, dass er sich nicht immer sicher ist bei seinen Aussagen. Wie war da Dein Live-Eindruck?
Das mit dem Hallenfuzzi finde ich schon sehr überheblich! Aber es ist wohl auch bezeichnend für R. M. [endquote]Das mit dem "Hallenfuzzi" hat er nicht gesagt, sondern ist meine Interpretation seiner Aussage.
Generell ist Messner durch seine jahrzehntelange Praxis sehr eloquent. Ich hatte den Eindruck, dass er auf die Fragen - die ja nicht neu waren - eine Standardreplik hatte, die er zu jeder tages- und nachtzeit zum besten geben kann. Das führte aber mitunter dazu (wie man das bei Politikern sehr häufig trifft), dass er eine Antwort gab, die gar nicht zur Frage passte. Das dann aber so umfangreich, dass man sich am Ende kaum mehr an die eigentliche Frage erinnern konnte. Manchmal wurde nachgehakt und nachgebohrt, aber ein Messner lässt sich nicht festnageln. Dazu ist er - wie schon gesagt - viel zu redegewandt...
Habe R. Messner bei Maischberger gesehen. Seine Körpersprche und Gestik vermittelte mir da den Eindruck, dass er sich nicht immer sicher ist bei seinen Aussagen. Wie war da Dein Live-Eindruck?
Das mit dem Hallenfuzzi finde ich schon sehr überheblich! Aber es ist wohl auch bezeichnend für R. M.
Vielen dank für diesen ausführlichen Bericht.
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