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26.02.2008
Weltweite News

Toni Ponholzer und Markus Pucher beenden Patagonien-Expedition vorzeitig

Von: Stephan Flock

Kletterseilschaft aus Österreich feiert mit der Durchsteigung der „Supercanaleta“ Teilerfolg im Fitz Roy-Massiv

Toni Ponholzer und Markus PucherUngewohnt warme Temperaturen vereiteln Nordwand-Projekt über die berüchtigte „Maestri-Egger“-Route in der Cerro Torre-Nordwand
 
Mit einem Teilerfolg im Gepäck ist der Kärntner Allroundbergsteiger Markus Pucher vorzeitig von seiner Patagonien-Expedition Ende letzter Woche zurückgekehrt. Der 31-jährige Bergführer aus Baldramsdorf bei Spittal an der Drau konnte zusammen mit seinem Osttiroler Kletterpartner, dem Cerro-Torre- Veteranen Toni Ponholzer aus Debant bei Lienz, mit der Durchsteigung der „Supercanaleta“ am 3.406 Meter hohen Fitz Roy einen Teilerfolg feiern.
 
Der Versuch einer Realisierung des eigentlichen Ziels, der Besteigung des Cerro Torre über die berühmt-berüchtigte „Maestri-Egger“-Route, machte das für die Jahreszeit untypisch warme Wetter Patagoniens zunichte. Zu gefährlich waren die Verhältnisse in der Nordwand der Granitnadel im Inlandeis an der argentinisch-chilenischen Grenze.
 
„Zunächst sahen die Wettervorhersagen sehr gut aus. Schon nach wenigen Tagen standen Toni und ich gemeinsam auf dem Fitz Roy. Zudem gelang uns mit der Supercanaleta-Route ein großartiges und extrem anspruchsvolles Projekt“, so Markus Pucher über seine zweite Besteigung des höchsten Gipfels des gleichnamigen Massivs. „Leider hatten wir nicht den Hauch einer Chance, unser Nordwand-Projekt anzugehen. Es war einfach viel zu warm! Eis- und Steinschlag haben uns von einem Versuch in der Maestri-Egger-Route abgehalten.“
 
Stattdessen wagten sich Ponholzer und Pucher über die Kompressorroute an dem Südostgrad des Cerro Torre. Doch auch hier bremste Eisschlag wenige Seillängen unter dem Gipfel die Ambitionen des Kletterduos. „Während wir in der Vergangenheit meist im schlechten Wetter festsaßen und auf Perioden mit Sonnenschein warteten, lief diesmal alles umgekehrt“, so der gebürtige Maltataler. „Als dann das patagonische Wetter mit Wind und Kälte Anfang letzter Woche wieder zurückkehrte, entschieden wir uns zur Heimreise.“
 
Doch vorher erlebten die beiden Bergführer noch ein außergewöhnliches Abenteuer. Was ursprünglich als Besteigungsversuch des Cerro Torre über die Ferrari-Route von der Seite des Inlandeises her geplant war, endete in einem Gewaltmarsch über den Viedma-Gletscher.
 
„Als wir auf der anderen Seite des Cerro Torres standen, mussten wir einsehen, dass die Besteigung unseres Traumbergers auch von der Westseite nicht machbar war. Eine Umkehr über den Hinweg war ebenfalls aufgrund der Verhältnisse ausgeschlossen. Folglich blieb uns nur der lange Fußmarsch über das Inlandeis“, so Markus Pucher.
 
Insgesamt vier Tage dauerte die Odyssee bis die beiden Freunde endlich ihr Zelt um Mitternacht in El Chalten erreichten. Der unendliche Weg führte sie durch ein Labyrinth aus Gletscherspalten bis zum Lago Viedma und von dort durch unwegsames Gelände zurück zum Stützpunk in dem patagonischen Bergsteigerdorf.

 

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4 Kommentare [ anzeigen | verbergen ]
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icke
03.03.2008 16:43 Uhr
hallo toni/markus/freund der beiden.

welche der von maestri verschiedenen varianten auf den gipfel sollte denn zweit/erstbegangen werden? zB die die er 1972 im interview mit mountain beschrieben hat? oder doch eher seine variante aus dem jahr 1961? die el arca de los vientos verläuft zeitweise tatsächlich auch durch die westwand, aber grösstenteils durch die nordwand. und jetzt kann man anfangen haare zu spalten (zB welche maestri egger gilt, die von 61 oder 72, ist die komplette durchsteigung der maestri-egger=nordwand?), auf jeden fall ist arca de los vientos die erste route über die nachweislich vom col de la conquista bergsteiger den gipfel erreicht haben.
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cerrotorre
29.02.2008 21:23 Uhr
Farbenblind?
Der Unterschied zwischen einer Nordwand und einer Westwand ist wohl der gleiche wie der Unterschied zwischen den Farben rot und blau!
Also wer das nicht sieht kann nur farbenblind sein.
Wenn sich jemand am Cerro Torre auskennt,dann weiß er,daß die Nordwand noch lange nicht zum klettern geht,(sprich Verhälnisse und objektive Gefahren)auch wenn es sonst über andere Routen sicher ist.Eine Begehung der Nordwand ist von ihrem Anfang bis zum Ende und steht nach wie vor aus.
Besser ist es sein eigenes Maul nicht so weit aufzureißen,als dies von anderen zu sagen,vor allem wenn man sich so gar nicht auskennt.
Freundliche Grüße!
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icke
29.02.2008 18:09 Uhr
garibotti ist ja kurze zeit vor seiner geglückten gesamtüberschreitung einmal nur ganz knapp gescheitert, nämlich am gipfeleis des torre. also er hat in diesem jahr den oberen teil der arco de los vientos bis eben auf wenige meter sogar zweimal geklettert. zugegebenermassen, er hat, wie du auch schon ausgeführt hast, den unteren teil bis ins col dabei nicht berührt, und darin liegt wohl der kleine unterschied zwischen garibotti und den zweien. ansonsten total aufgeblasen das ganze, supercanaleta und kompressorroute gehören bald zum standard da unten. gibt jedes jahr ein paar seilschaften die mehr schaffen als die zwei und das wird nicht durch die medien geblasen.
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zudick
28.02.2008 11:25 Uhr
So ein verquerer Schrott.

Schon in der Vorankündigung haben die zwei das Maul reichlich voll genommen und behauptet, die Maestri-Egger-Route sei noch nicht begangen worden. Haben sie "Arco de los Vientos" von Salvaterra und Garibotti von vor zwei Jahren nicht gekannt oder bewusst unterschlagen?

Die sind nämlich damals auf der von Maestri behaupteten Seite aufgestiegen. Ob genau auf der Linie, die Maestri begangen haben will, weiß man natürlich nicht, weil er wahrscheinlich gar nicht rauf ist. In diesem Fall zählt die Seite des Berges, nicht die genaue Linienführung. Und die haben sie durchklettert, also hätten Ponholzer und Pucher eh nur noch eine Wiederholung liefern können.

Die aber haben sie verpasst. Statt dessen ist Garibotti nochmal über den oberen Teil (oberhalb Col of Conquest) der "Maestri" (richtig: Arco de los vientos) hochgestiegen - als Schlusspunkt der Egger-Torre-Traverse. Von wegen "Verhältnisse haben es nicht zugelassen". Ponholzer und Pucher müssten zur gleichen Zeit vor Ort gewesen sein. Vielleicht hatte es tatsächlich zu viel Steinschlag im unteren Wandteil, dann wäre ein Verzicht durchaus vernünftig. Aber den Rest der Welt zu verschweigen und zu verleugnen, ist kein guter Stil.

Vielleicht ein Problem, wenn man mit einer Marketing-Agentur zusammenarbeitet, um seine "Leistungen" unter die Leute zu bringen. Dann muss halt auch eine Standardleistung wie die Supercanaleta aufgetrötet werden.
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