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Wiederholung von Anam Cara (FB 8c) durch Berni Schwaiger
Bereits letzten Herbst – als die Linie noch keine Erstbegehung hat – erfahre ich von diesen "alles abverlangenden" Zügen.
Optisch sieht der Boulder wirklich genial aus – für die Alpen ein sicherlich einzigartiges Stück Fels – vergleichbar mit Linien in Südafrika.
Bernd erlöst das Teil noch im Herbst aus dem Projektstatus und die Bilder davon machen mich ganz heiß darauf, das Ding zu probieren. Der Winter ist lang und auch der viele Schnee, der auf den Bergen noch herumliegt, fordert meine Geduld. Im späten Frühjahr gelingt es mir einige "ältere, harte Nüsse" mit ebenfalls brutalen Einzelzügen zu knacken. Die Form dürfte also passen!
Ende Juni dann schaffe ich es zum ersten Mal, mir die Züge in Anam Cara etwas genauer anzusehen. Wir stapfen sogar teilweise noch durch Schnee, um zum Block zu gelangen.
... für den ersten Tag bin ich eigentlich zufrieden...
Zum Aufwärmen versuche ich mich erst einmal an die einzelnen Griffe zu hängen – funktioniert eigentlich überraschend gut. Der Versuch auch die Züge zu machen scheitert teilweise noch am Timing und an den für mich noch unklaren Fußpositionen. "PUH, das könnt´ etwas länger dauern – außer ...!"
"Der Optimist sieht in jedem Problem eine Aufgabe!"
Einige Minuten später starte ich erneut und kann nach etwas Herumtüfteln – vor allem an den Fußpositionen – auch alle Einzelzüge machen. Nur der erste weite Zug ist sehr unsicher und braucht wahrscheinlich sehr viel "Glück". Für den ersten Tag bin ich aber eigentlich zufrieden...
Zwei Wochen später sind die Bedingungen besser als beim ersten Besuch. Mein Hauptaugenmerk liegt auf dem ersten Zug – ein besseres Rezept muss gefunden werden – vielleicht kann man auch die ein oder anderen Züge zusammenhängen!?
Gleich der erste Versuch am weiten ersten Zug funktioniert nicht schlecht, scheitert nur daran, dass ich den Griff nicht genau treffe. Wenige Augenblicke später schaffe ich ihn und kann auch gleich den Move zu einem abschüssigen Zwischengriff anhängen, bevor mir der Fuß wegrutscht – OK, Tagesziel minimalistisch gesehen eigentlich schon erreicht...
... mit Minimalismus kommt man aber nicht weit!
Nach einer kurzen Pause komme ich bereits zur Crux, kann auch den kleinen Untergriff ansetzen – irgendwie funktioniert aber das Übersetzen noch nicht. Gleich bastle ich noch ein wenig an der Fuß- und Körperposition herum – so könnt´ des vielleicht besser funktionieren...
Gesagt, getan! Der nächste Versuch nach einer längeren Pause bringt mich schon mitten in die Crux – ich presse alles heraus was ich habe – kann den Untergriff übersetzten und auch noch zum letzten schweren Zug an die Dachkante ansetzen – merke, dass ich am Untergriff etwas Rutsche – reiß´ aber trotzdem voll an – hab den Griff an der Dachkante bereits in der Hand als ich mit einem lauten "Ratsch" aus dem Untergriff herausrutsche und am Pad lande – DAMN – das war knapp! Dabei reiße ich mir an zwei Fingern der rechten Hand die Gelenksknöchel an der Fingeraußenseite bis fast auf den Knochen auf – AUA!
Verzweifelt versuche ich die Blutungen zu stoppen, um vielleicht doch noch einen Versuch machen zu können. "Des bringt nix mehr" – ich bin so zittrig und wackelig, dass ich mich nicht mal mehr an die Griffe hängen kann. Mit einem gemischten Gefühl aus Schmerz, Enttäuschung und Zufriedenheit geht’s ab nach Hause...


















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